8 Tipps für schöne Portraits

Frau im Sommeroutfit
Bist Du es leid. Du siehst öfter schöne Portraits in den Social Media Kanälen, Plakaten o.ä.? Denkst Dir, das will ich auch können? Ich weiß, wie sich das anfühlt. Schließlich habe ich auch eine Zeit dafür gebraucht. Dir möchte ich den Einstieg leichter machen. Dazu gibt diesen Artikel. Viel Spaß beim lesen und umsetzen.

Schöne Portraits erstellen

Hier kriegst Du 8 Tipps für schöne Portraits von mir. Du kannst Sie wirklich leicht umsetzen. Einige kennst Du wahrscheinlich schon. Andere machst Du schon ganz automatisch. Bist Du bereit? Dann los…

1. die Vorbereitung

Es hilft Dir wahnsinnig viel wenn Du vorher weißt was Du umsetzen willst.  Mach Dir vorher Gedanken über folgendes:

  • was für Bilder sollen am Ende rauskommen?
  • an welcher Location? (See, Ruine, Parkhaus, zu Hause, Studio…)
  • welche Tageszeit? (Sonnenauf- oder Untergang, Dämmerung…)
  • welches Model? (blond, brünett, rot, schwarz…)
  • Outfits für die Models? Wechseloutfits: legere, schick, rockig, freakig…

Du hast alles durchdacht und es auch mit dem Model abgesprochen? Prima, dann kann es beim Shooting gleich losgehen ohne lange zu überlegen wie, wo und was überhaupt.

2. Zeit lassen

Wer zwischen Tür und Angel ein Shooting plant ist meistens nicht so glücklich mit den Ergebnissen. Du als Fotograf nicht und das Model vermutlich auch nicht.

Plane immer ausreichend mehr Zeit ein. Warum?

Am Anfang braucht es bei vielen erstmal eine Zeit warm zu werden. Oder bis die Hemmschwelle überwunden ist. Sich aneinander gewöhnen.

Wenn man dann aber im Flow ist kommen automatisch weitere Ideen. Das umzusetzen braucht natürlich Zeit. Eine ganz besondere Lichtstimmung entwickelt sich gerade. Da wäre es doch schade das Shooting jetzt abbrechen zu müssen?!

Ich persönlich fotografiere gern an Wochenenden. Es ist einfach entspannter als im Alltag mal unter der Woche zu shooten.

3. Kommunikation mit dem Model

Für das Model ist es echt doof wenn es kein Feedback bekommt. Sie wird unsicher und fragt sich ständig ob sie es richtig oder falsch macht.

  • frag sie nach Ihrer Schokoladenseite
  • bestätige wenn sie was gut macht
  • mach Vorschläge wie sie noch posieren soll oder kann
  • gib dem Model Zeit zwischendurch zu entspannen. Es ist für sie anstrengendes als es aussieht
  • frag unbedingt auch nach den Ideen des Models. Oft ergibt sich spontan was außergewöhnliches oder unerwartetes.

4. Posen

Erwarte bitte keine Posen eines Profimodels. Es sei denn Du hast ein Model das die Erfahrungen mitbringt und posingsicher ist.

Natürliche Posen wirken authentisch. Was sind natürlich Posen? Hier wieder ein paar Beispiele:

  • das Model lehnt sich an eine Wand oder an ein Geländer
  • sitzend auf einem Hocker oder ähnlichem
  • lass das Model ein paar Schritte auf Dich zu- oder von Dir weggehen. Sie denkt dabei nicht drüber nach, was sie mit ihren Beinen oder Händen machen soll
  • drück ihr ein Accessoire in die Hand. Das können ein Hut, Schal, Tasche oder Blumen sein. Das gibt ihr Sicherheit
  • natürlich Lächeln. Beim aufgesetzten Lächeln sind oft die Augen zu. Tipp: bitte das Model die Augen zu schließen. Auf Kommando soll sie dann die Augen öffnen und lächeln
  • bei ernstem Gesichtsausdruck sollte der Mund nur leicht offen sein. Wirkst sonst zu verkrampft/ verbissen

5. Ergebnisse zeigen

Zeige Deinem Model immer mal Ergebnisse aus der Kamera. Gerade bei Posen wo sich das Model unsicher ist. Nur so kann sie sich selbst sehen, einschätzen und verändern. So lässt Du Missverständnisse gar nicht erst aufkommen.

Ich selber komme mir blöd vor, wenn ich nur den Auslöser drücke. Schließlich will ich ja, dass dem Model die Bilder auch gefallen.

6. Emotionen

Was mein ich damit? Wir lieben alle Bilder mit einer Aussage und Emotionen. Versuche doch genau solche vom Model zu zeigen. Darüber musst Du einfach mit Deinem Model reden. Wie? hier ein paar Beispiele:

  • „Ich habe eine Idee. Schau mich mal so böse an wie Du kannst.“
  • „Hast Du Lust etwas auszuprobieren. Schrei mich mal so richtig laut an. Beschimpf mich. Beleidige mich. Gib mir Tiernamen“… usw.
  • „Kannst Du spontan weinen?“ Wenn ja, überrede sie das zu machen. Mach das vielleicht erst gegen Schluss des Shooting. Nicht damit das Make Up für später ruiniert ist.
  • Musik löst oft bestimmte Emotionen aus. Frag Sie nach ihrer Musik.
  • Rollenspiele funktionieren auch. Klar muss das vorher abgesprochen sein. Funktioniert nur wenn die Chemie zwischen euch passt. Aber sehr interessant.

7. bisschen Technik

Objektive

In der Regel sind die passenden Objektive ab 50mm die geeigneten. Ab 70mm und größer hebst Du das Model deutlicher vom Hintergrund ab. Das heißt der Hintergrund wird unscharf und betont mehr das Model.

Achtung bei unter 50mm Brennweite entstehen Verfälschungen. Die Nase oder ein Arm kann unvorteilhaft größer wirken. Sieht irgendwie komisch unproportional aus.

Für eine knackige Schärfe sind Festbrennweiten natürlich besser als Teleobjektive.

Bei meinen Portraits setze ich lichtstarke Festbrennweiten von 50mm oder 85mm ein. Die Teleobjektive 24-70mm oder  70-200mm mit durchgängiger Blende von F 2.8 sind auch im Einsatz.

Schärfe

Doof wenn die Schärfe hinterher nicht passt. Achte darauf dass Du auf ein Auge des Models immer scharf ist. Fokussiere auf ein Auge. Am besten funktioniert das mit der Spotmessung der Kamera. Bei gedrücktem Auslöser kannst Du dann den passenden Bildausschnitt wählen. Hast Du Dich an das Fokussieren gewöhnt läuft es so gut wie automatisch.

8. Bild- und Nutzungsrechte

Gaaaaaanz wichtig. Klar möchte man ein paar Ergebnisse herzeigen. Für die bequeme und schnelle Veröffentlichungen gibt´s  ja die zahlreiche Social Media-Kanäle.

Aber: klär das unbedingt mit dem Model ab.Nicht nur für die gewerbliche kommerzielle Nutzung! Das gilt ebenso für den privaten Bereich.

Das Beste ist natürlich etwas schriftliches. Lass es nicht drauf ankommen. So bist Du auf der sicheren Seite.

Fazit

Klingt doch alles machbar oder? Ganz kurz zusammengefasst:

  • bereite Dich auf das Shooting vor
  • kommuniziere mit dem Model. Lass es nicht einfach nur gut aussehen.
  • lass das Model beim Posen nicht im Regen stehen. Hilf ihr, geb ihr was vor mit dem sie was anfangen kann
  • bau vertrauen auf und versuche Emotionen zu erzeugen

Wenn Du jetzt noch ein bisschen auf die Brennweiten achtest kann es los gehen. Schnapp Deine Kamera und ein sympathisches Model und es stehen schönen Portraits nichts im Wege.

Viel Spaß beim Shooting! Und allzeit gut Licht:-)

VG Marc von Picturekult